Umwelt Schau tief in die Natur, dann wirst du alles besser verstehen

Sport und Umwelt sind eng miteinander verbunden. Sport braucht eine saubere und gesunde Umwelt! Aber in zunehmendem Maße beanspruchen wir unsere Lebensgrundlagen übermäßig. Klimaveränderungen, ungebremster Treibhausgasausstoß, zunehmender Verlust der Vielfalt von Pflanzen- und Tierarten, stetig ansteigender Flächenverbrauch sollen hier beispielhaft genannt werden.

Zweifelsohne beeinträchtigen Belastungen von Luft, Wasser und Landschaft auch deren gesundheitlichen Wert und damit auch die Attraktivität des Sporttreibens. Der Sport hat daher ein ureigenes Interesse, den Schutz unserer Umwelt sehr ernst zu nehmen und einen nennenswerten Beitrag zur allgemeinen Umweltvorsorge und zu einer nachhaltigen Umweltentwicklung zu leisten. Hierzu sind alle Sportlerinnen und Sportler aufgerufen, mit gutem Beispiel und als Vorbilder voranzugehen. Für eine gesunde Umwelt, für einen gesunden Sport!

Klärungsstelle „Sport und Umwelt“

Wenn Konfliktfälle zwischen Sport und Umwelt auftreten, können Fachverbände und Sportvereine in Baden-Württemberg unbürokratisch die Klärungsstelle „Sport und Umwelt“ über den Landessportverband Baden-Württemberg kontaktieren. Angesiedelt ist sie beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg. Die Klärungsstelle entscheidet stets von Fall zu Fall und sucht nach Kompromissen, die für beide Seiten tragfähig sind. Eine Reihe von Beispielen zeigt, dass in den vergangenen Jahren vorbildliche und vernünftige Lösungen in Form von Nutzungskonzepten gefunden werden konnten. Das Referat Sportpolitik beim Landessportverband Baden-Württemberg nimmt Ihre Anfragen entgegen.

Arbeitsgruppe „Sport und Umwelt“

Die Arbeitsgruppe „Sport und Umwelt“ des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport wurde im Jahr 1995 ins Leben gerufen und war bis ins Jahr 2019 aktiv, eine natur- und umweltverträgliche Sportausübung zu sichern. Als Anlaufstelle versuchte die Arbeitsgruppe, schon bevor Konflikte entstanden, bei der Entwicklung flexibler Lösungen in sensiblen Räumen zu beraten. Die AG erarbeitete Gesamtkonzeptionen für einzelne konfliktträchtige Sportarten, Broschüren und Informationsmaterial für verschiedene Zielgruppen und beriet den Sport im Sinne der Agenda 21. Die Arbeitsgruppe „Sport und Umwelt“ am KM setzte sich zusammen aus Lehrerinnen und Lehrern mit sportwissenschaftlichem und je nach Fächerkombination naturwissenschaftlichem oder geisteswissenschaftlichem Studium.

Mikroplastik

durch Sport in der Umwelt

Kunststoffprodukte sind aus dem täglichen Leben und aus fast allen Gebieten der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken und werden z. B. für Verpackungen, im Bauwesen, im Fahrzeugbau, in der Elektrotechnik, in der Landwirtschaft und in der Medizin verwendet. Durch die enorme Vielfalt von Kunststoffprodukten und die unterschiedlichsten Verwendungen findet sich aber heutzutage Plastik auch überall in der Umwelt: in der Luft, in Böden, in Gewässern und deren Sedimenten sowie in Lebewesen. Diese Beobachtung und die Frage nach möglichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen führen zu intensiven Diskussionen. Dabei sind neben dem üblichen Plastikmüll wie PET-Flaschen, Plastiksäcke und dergleichen vor allem kleine Kunststoffpartikel mit einem maximalen Durchmesser von 5 mm – sogen. Mikroplastik – in den Fokus der Diskussionen gerückt. Auch im Sport spielen Kunststoffe eine wichtige Rolle, sei es für Sportgeräte oder für die persönliche Sportausrüstung, aber auch beim Bau und der Ausstattung von Sportstätten. Durch die Sportausübung und von den Sportanlagen wie z. B. aus Kunststoffrasenplätzen gelangt auch Mikroplastik in die Umwelt.

Beschränkungsvorschlag der ECHA -+

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat im Januar 2019 einen Beschränkungsvorschlag zur Reduzierung der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik und die damit möglichen Gesundheitsrisiken vorgelegt. Dabei geht es um die Beschränkung des Inverkehrbringens von Produkten, denen bewusst Mikroplastik zugesetzt ist. Dieses ECHA-Verfahren trifft auch für die als Füllstoff für Kunststoffrasen verwendeten Kunststoffgranulate zu. Hintergrund für diesen Beschränkungsvorschlag von der ECHA sind mögliche negative Auswirkungen auf unsere Umwelt und auf unsere Gesundheit. Diese können sich aus dem Vorhandensein von Kunststoffpartikel in der Umwelt ergeben. Es ist leicht möglich, dass diese Partikel, bedingt durch ihre geringe Größe, von einer Vielzahl von Tieren aufgenommen werden können und auch auf Pflanzen sich negativ auswirken. Auch ist bekannt, dass der Mensch bereits heute über seine Ernährung und die Luft Mikroplastik zu sich nimmt.

Sport in der Natur

Natur- und landschaftsverträglich!

Natur und Landschaft bieten vielfältige Möglichkeiten für die Ausübung von Sport- und Freizeitaktivitäten. Dabei lassen sich wertvolle Naturerfahrungen, Fitness und Wohlbefinden, Erholung und Entspannung durch Sporttreiben in der Natur gewinnen. In den letzten Jahren ist eine steigende Tendenz hin zu mehr Sport draußen, zu mehr Naturerlebnis, zu beobachten, gerade auch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Besonders Radfahren und Mountainbiken sowie Wandern haben stark zugenommen. Gleichzeitig stehen wir noch nie dagewesenen Veränderungen des Klimas und bei der biologischen Vielfalt gegenüber. Starkregenereignisse, extreme Hitze- und Dürreperioden und Insektensterben seien hier stellvertretend für diese beiden Krisen, die zunehmend unsere Natur und damit unsere Lebensgrundlagen und unser Wohlbefinden bedrohen, genannt. Sport braucht Natur! Und Sportausübung macht in attraktiver Naturlandschaft besonderen Spaß! Sport- und Freizeitaktivitäten in der Natur können zu einer Belastung der Tier- und Pflanzenwelt und deren Lebensräume führen. Wie groß die Belastung ist, hängt dabei von einer Reihe von Faktoren, wie der Sportart und mit welcher Intensität sie ausgeübt wird und von der Empfindlichkeit der Ökosysteme mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt ab. Somit ergibt sich als Handlungsmaxime, Sport in der Natur natur- und landschaftsverträglich auszuüben. Der „Beirat für Umwelt und Sport“ beim Bundesumweltministerium hat im Jahr 2001 eine fachliche Erläuterung zum Begriff der Natur- und Landschaftsverträglichkeit sportlicher Betätigungen in der freien Natur beschlossen. Diese Definition ist auf der Seite des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) nachzulesen. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg stellt in einem Informationsportal „Natursport in Baden-Württemberg“ zahlreiche Outdoor-Sportarten vor und vermittelt Details zum naturverträglichen Sporttreiben.

Natura 2000 und Sport -+

Um dem anhaltenden Rückgang von wild lebenden Arten und natürlichen Lebensräumen in der EU entgegenzuwirken und die biologische Vielfalt zu erhalten, wurde 1979 die Vogelschutzrichtlinie und 1992 die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) erlassen. Dadurch soll ein EU-weites ökologisches Netz von Schutzgebieten „NATURA 2000“ geschaffen werden. NATURA 2000 trägt auf der einen Seite dazu bei, wertvolle Naturlandschaften für zukünftige Generationen zu bewahren und damit auch dauerhaft die Möglichkeit zur Ausübung von Sport und Tourismus in der Natur zu gewährleisten. Auf der anderen Seite befürchten Sportlerinnen und Sportler jedoch, dass die Ausweisung von NATURA 2000-Gebieten häufig mit strengen Naturschutzauflagen und sogar Nutzungs- und Betretungsverboten verbunden ist.

Sport im Wald

vielfaches Engagement des LSVBW

Der Wald in Deutschland ist der bedeutendste Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Der Wald war und ist – gerade für die Stadtgebiete – ein klassisches Naherholungsziel. Und für die Natursportarten wie z. B. Wandern, Radfahren, Reiten, Joggen und auch Klettern an Felsen in waldreichen Gebieten ist der Wald ein wichtiger Platz für die Sportausübung.

Wald hat also neben seiner ökologischen und ökonomischen Funktion auch eine soziokulturelle Funktion. Wald ermöglicht ganzjährig Bewegung in einem angenehmen Mikroklima. Und gerade auch in der Corona-Pandemie haben immer mehr Menschen das Bewegungsangebot des Waldes angenommen. Der Wald wird mehr denn je für Sport- und Freizeitaktivitäten nachgefragt. Somit wird es eng im Wald und es bedarf kluger und akzeptierter Regelungen und Lenkungsmaßnahmen für ein respektvolles Miteinander. Und dies nicht nur zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen, sondern auch gegenüber der Natur, gegenüber Tieren und Pflanzen! Gleichzeitig sieht sich aber auch der Wald großen Herausforderung gegenüber wie ausgedehnte Dürreperioden als Auswirkungen der Klimaveränderungen. Der Erhalt der Wälder und damit auch die Möglichkeiten zur Sportausübung im Wald ist daher nicht zuletzt eine wichtige Aufgabe des Sports.

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